Am 18. Juni 2026 lud der Bundesverband Steinbeis | Mediation • Supervision • Coaching e. V. zum Tag der Mediation ein. Der kostenfreie Online-Thementag stand unter dem Leitmotiv:
„Was der Mensch braucht – ein bisschen Frieden.“
Dieses Leitmotiv führte durch einen Tag, an dem Mediation aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar wurde. In Kurzvorträgen, interaktiven Impulsen und offenen Gesprächsrunden ging es um die Frage, wie Verständigung entstehen und zu etwas mehr Frieden in unserem Leben beitragen kann.
12 Referentinnen und Referenten, 10 Impulse und viele interessierte Teilnehmende haben den Tag getragen. Zeitweise waren bis zu 70 Personen online dabei, und auch bis in den Abend hinein blieb der Austausch lebendig. Möglich wurde dies durch das Engagement der Mitwirkenden, die mit fachlicher Vielfalt, Offenheit und persönlicher Erfahrung unterschiedliche Zugänge zur Mediation eröffneten.
Ein besonderer Dank gilt daher allen Referentinnen und Referenten, die diesen Tag inhaltlich gestaltet und Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen geschaffen haben. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden, die mit ihren Fragen, Erfahrungen und Perspektiven dazu beigetragen haben, dass der Tag lebendig blieb und die Impulse über die einzelnen Beiträge hinaus weiterwirken konnten.
Frieden beginnt nicht erst in der großen Weltpolitik. Er entsteht oft dort, wo Menschen wieder zuhören, Perspektiven wechseln und Gespräche möglich werden. Am Tag der Mediation 2026 wurde genau dieser Gedanke aufgegriffen.
Die Beiträge zeigten, wie vielfältig Mediation wirkt: in Familienkonflikten, in der Unternehmensnachfolge, in Verhandlungen, in Teams, in Schulen und in Organisationen. Dabei wurde deutlich, dass Mediation keine fertigen Antworten vorgibt. Sie eröffnet Räume, in denen Menschen wieder handlungsfähig werden und gemeinsam tragfähige Wege entwickeln können.
Besonders prägend war die Mischung aus fachlichen Impulsen, praktischen Übungen und gemeinsamem Weiterdenken. Es wurde voneinander erfahren, miteinander geteilt und immer wieder sichtbar, wie Verständigung im Kleinen beginnen kann.
Die Impulse führten in unterschiedliche Anwendungsfelder der Mediation und Konfliktklärung. Im Mittelpunkt standen unter anderem:
Sosan Azad ist Diplom-Sozialpädagogin, Mediatorin, Ausbilderin und interkulturelle Trainerin. Mit der StreitEntknoten GmbH begleitet sie Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen in Konfliktklärung und Verständigungsprozessen. Ihr Schwerpunkt liegt auf interkultureller Verständigung in komplexen Konfliktlagen.
Mediation soll Schutzräume schaffen – doch gelingt das immer mit Neutralität? Anhand kurzer Fallbeispiele diskutieren wir die Grenzen von Neutralität und Allparteilichkeit und fragen, welche Haltung Mediator brauchen, um Frieden zu ermöglichen.
Swetlana von Bismarck ist Gründerin des Familienkokon Berlin, Mediatorin BAFM und QVM®, Ausbilderin, Supervisorin, Verfahrensbeistand und Rechtsanwältin. Sie war Geschäftsführerin der BAFM e. V.
Kinder spüren Familienkonflikte, auch wenn niemand mit ihnen darüber spricht. Mediation hilft diese Konflikte zu lösen, indem Kinder in Mediationen entlastend einbezogen werden – ohne ihnen Entscheidungsverantwortung aufzubürden. Auch den Generationendialog mit erwachsenen Kindern und ihren Eltern nehmen wir in den Blick.
Daniela Schmidt und Melanie Stenger begleiten Teams in ihrer Zusammenarbeitsentwicklung und coachen Menschen in Konfliktsituationen. Aus täglichen Praxiserfahrungen und persönlichen Erlebnissen entwickeln sie Formate, die Mut machen, Kommunikation bewusster zu gestalten und friedvolleres Miteinander zu ermöglichen.
Echte Konflikte entstehen selten plötzlich; oft geht ihnen missglückte Kommunikation voraus. In diesem interaktiven Workshop geht es um die Superpower des Zuhörens: zuhören, um zu verstehen – nicht, um zu antworten. Sie erleben und reflektieren, was Gespräche wieder öffnen kann.
Kerstin Kreutzer und Sandra Oesterle von KreutzerOesterle begleiten Unternehmer, Nachfolgende und Mitarbeitende bei persönlichen und organisationalen Fragen im Übergabeprozess. Ihr ganzheitlicher Ansatz verbindet Konfliktklärung mit einem Netzwerk aus M&A-, Steuer- und Rechtsexpertise.
Unternehmensnachfolge ist mehr als Vertrag und Finanzierung. Sie berührt Identität, Kontrolle, Verantwortung und Loslassen. Der Impuls zeigt, warum Emotionen in Nachfolgeprozessen kein Störfaktor sind, sondern sichtbar gemacht und integriert werden müssen, damit Übergabe tragfähig werden kann.
Michelle Wunner ist Organisationsentwicklerin im Bereich Agilität, Mediatorin und psychologische Beraterin. Als Wirtschaftspsychologin arbeitet sie an der Schnittstelle von menschlichem Erleben und organisationaler Dynamik und begleitet Teams sowie Führungskräfte auf dem Weg zu gesunder Zusammenarbeit.
Verhandlungen und Mediationen sind weniger rational, als wir glauben. Der interaktive Vortrag zeigt, wie kognitive Verzerrungen und emotionale Dynamiken Gespräche beeinflussen. Sie erfahren, warum der erste Vorschlag oft den Ton setzt und wie typische Denkfallen vermieden werden können.
Sam Amid ist Gründer von Edeltaktik – Consulting, Coaching & Mediation. Nach 30 Jahren Erfahrung in Führung und Vertrieb begleitet er heute Unternehmen, Führungskräfte und Gründer in Strategie-, Kommunikations- und Veränderungsprozessen. Sein Fokus liegt auf Denk- und Kommunikationslogiken.
Warum verstehen Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich? Der Vortrag zeigt, wie Denkpräferenzen, Wahrnehmungsfilter und Kommunikationsmuster Konflikte prägen. Das HBDI®-Modell wird als ergänzendes Werkzeug in der Mediation vorgestellt, das Perspektivwechsel erleichtert, Unterschiede sichtbar macht und Verständigung fördert.
Josefine Schubert arbeitet als selbstständige Mediatorin, Values Coach und Fachbuchautorin in Berlin. Sie macht komplexe psychologische Dynamiken alltagstauglich und verbindet Mediation mit systemischem Werte-Coaching. Mit Klarheit und Humor zeigt sie, wie Werte-Worthülsen geknackt werden.
Hand aufs Herz: Reden wir bei Begriffen wie „Wertschätzung“ oder „Demokratie“ nicht viel zu oft über hohle Worthülsen? Dieser Impulsworkshop holt Werte vom philosophischen Sockel in den Alltag. Sie erkunden, wie Werte wirken, wie Gegensätze ausbalanciert werden können und warum Frieden gelebte Stimmigkeit braucht.
Stefanie Pannier ist Konfliktspezialistin, Mediatorin (BM), systemische Supervisorin und Businesscoach. Unter dem Leitmotiv „Wandel aktiv gestalten“ begleitet sie Menschen und Organisationen in Veränderung, Konfliktklärung und professioneller Kommunikation.
In diesem Workshop werden die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation als innerer Klärungsraum vor schwierigen Gesprächen genutzt. Die Teilnehmenden arbeiten an einer eigenen Konfliktsituation, sortieren Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte und können die Perspektive des Gegenübers einnehmen.
Hinweis: Für die praktische Arbeit nutzen wir das Online-Systembrett VISTEMA. Wir bitten alle Teilnehmenden, sich vorab kostenfrei einen Account unter https://vistema.org/ zu erstellen.
Ulrike Arndt – Mediatorin, Systemische Supervisorin, Organisationsentwicklerin, Vorstand im Bundesverband Steinbeis Mediation • Supervision • Coaching. In ihrer vielfältigen Arbeit in beruflichen, persönlichen und verbandlichen Kontexten widmet sie sich der Frage, wie Perspektivwechsel Verständigung fördern und neue Wege im Miteinander eröffnen können.
Der Bundesverband Steinbeis Mediation • Supervision • Coaching lädt zu einer offenen Austauschrunde ein. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Aspekte des Thementags und die Frage, welche Perspektiven Mediation für Verständigung, Konfliktbearbeitung und tragfähige Lösungen in unterschiedlichen Lebenswelten eröffnen kann. Eingeladen sind alle Interessierten – unabhängig davon, ob sie den ganzen Tag oder einzelne Programmpunkte verfolgt haben. Die Runde bietet Raum, Gedanken aufzugreifen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam weiterzudenken, was Mediation für Verständigung und Konfliktbearbeitung leisten kann.
Sibylle Grüßer hat über 15 Jahre in Führungspositionen in kleinen und mittelständischen Unternehmen gearbeitet. Seit 2019 unterstützt sie mit „Konsens finden“ Menschen, Teams und Unternehmen dabei, Veränderungen anzugehen, Konflikte zu bearbeiten und Ziele wieder klar in den Blick zu nehmen.
Konflikte gehören zum Arbeitsalltag. Bleiben sie ungelöst, kosten sie Zeit, Energie und Motivation. Der Impuls zeigt, wie Mediation Teams unterstützt, Konflikte frühzeitig zu klären, Verständnis zu fördern und aus Teamfrust wieder Teamfrieden entstehen zu lassen.
Dr. Christa D. Schäfer ist Pädagogin mit Zusatzausbildungen in Mediation, Coaching, Supervision und Systemischer Beratung. Seit 2000 arbeitet sie freiberuflich im Spannungsfeld von Pädagogik und Mediation. Besonders engagiert sie sich für Mediation mit Kindern, Jugendlichen und Bildungseinrichtungen.
Was braucht es, damit aus Streit wieder ein kleiner Frieden werden kann? Nach einem Einstieg zum Friedensbegriff geht es um inneren Frieden durch Gefühlsübungen und um äußeren Frieden mit der Friedenstreppe. Dazu gibt es Einblicke in Friedensschulen und Schulmediation.
Der Tag der Mediation bietet jedes Jahr die Gelegenheit, Mediation öffentlich sichtbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Daran möchte der Bundesverband Steinbeis auch 2027 wieder anknüpfen.
Weitere Informationen zum Tag der Mediation 2027 sowie zu kommenden Online-Vorträgen und Angeboten der Fach- und Regionalgruppen werden rechtzeitig auf der Website veröffentlicht.
Bundesverband Steinbeis | Mediation • Supervision • Coaching
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