Steinbeis Mediationsforum

MEDIATION | Konflikte klären & Lösungen finden 

Unser Mediationsverständnis

Konflikte gehören zum Leben. Sie entstehen überall dort, wo Menschen zusammen leben, arbeiten oder gemeinsam Verantwortung tragen. Oft beginnen sie mit einem Missverständnis, einer Enttäuschung, unterschiedlichen Erwartungen oder unausgesprochenen und unerfüllten Bedürfnissen. Manchmal lassen sie sich schnell klären. Manchmal verhärten sie sich jedoch so sehr, dass Gespräche schwieriger werden, Fronten entstehen und ein konstruktiver Austausch kaum noch möglich scheint.

Mediation bietet in solchen Situationen einen vertraulichen und klar strukturierten Rahmen, in dem die Beteiligten ihre Sichtweisen einbringen und die Anliegen hinter dem Konflikt besser verstehen können. Eine Mediatorin oder ein Mediator begleitet das Gespräch unabhängig und allparteilich, trifft jedoch keine Entscheidungen. Die Verantwortung für die Lösung bleibt bei den Beteiligten. So können Vereinbarungen entstehen, die zur jeweiligen Situation passen und von allen Seiten mitgetragen werden.

Wann kann Mediation sinnvoll sein?

Mediation eignet sich, wenn ein Konflikt das persönliche Miteinander oder die berufliche Zusammenarbeit belastet und Gespräche zunehmend schwieriger werden. Sie eignet sich besonders für Situationen, in denen die Beteiligten weiterhin miteinander zu tun haben, wichtige Entscheidungen anstehen oder eine eigenverantwortliche Vereinbarung angestrebt wird.

Eine Mediation kann beispielsweise in Betracht kommen, wenn:

  • Gespräche wiederholt ohne Ergebnis enden,
  • sich unterschiedliche Wahrnehmungen und Erwartungen gegenüberstehen,
  • die Zusammenarbeit in einem Team oder einer Organisation belastet ist,
  • familiäre oder geschäftliche Beziehungen erhalten werden sollen,
  • ein Konflikt bereits länger besteht oder sich zunehmend verschärft,
  • die Beteiligten eine gemeinsam entwickelte Lösung suchen.

Auch bei verhärteten Konflikten kann Mediation einen neuen Zugang eröffnen. Voraussetzung ist, dass die Beteiligten grundsätzlich bereit sind, sich auf das Verfahren einzulassen. Ob eine Mediation für den konkreten Konflikt geeignet ist, kann in einem ersten Gespräch mit einer Mediatorin oder einem Mediator geklärt werden.

Was zeichnet Mediation aus?

Mediation stärkt Kommunikation, Selbstverantwortung und gegenseitiges Verständnis. Sie kann Beziehungen entlasten, Zusammenarbeit verbessern und neue Handlungsspielräume eröffnen. Sie ist deshalb mehr als ein Verfahren. Sie ist auch eine Haltung. Menschen ernst nehmen, Unterschiede aushalten, zuhören, klären und gemeinsam nach Wegen suchen, die weiterführen.

Freiwilligkeit

Die Beteiligten entscheiden selbst, ob sie an der Mediation teilnehmen. Sie können das Verfahren jederzeit beenden.

Vertraulichkeit

Die Gespräche finden in einem geschützten Rahmen statt. Mediatorinnen und Mediatoren unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht.

Eigenverantwortung
Die Beteiligten bestimmen, welche Themen besprochen werden und welche Vereinbarungen sie treffen möchten.

Allparteilichkeit
Mediatorinnen und Mediatoren sind allen Beteiligten gleichermaßen verpflichtet. Sie achten darauf, dass jede Seite angemessen in das Gespräch einbezogen wird.

Strukturiertheit
Die Mediation folgt einem nachvollziehbaren Ablauf. Dadurch können auch komplexe Konfliktsituationen schrittweise bearbeitet werden.

Ergebnisoffenheit
Die Lösung wird nicht vorgegeben. Sie entsteht im Verlauf des Verfahrens aus den Interessen und Möglichkeiten der Beteiligten.

Anwendungsfelder der Mediation
Wirtschaft und Arbeitswelt

Mediation kann bei Konflikten zwischen Mitarbeitenden, Führungskräften, Abteilungen oder Geschäftspartnern eingesetzt werden. Auch bei Veränderungen im Unternehmen, Nachfolgeregelungen oder unterschiedlichen Vorstellungen über die Zusammenarbeit bietet sie einen geeigneten Rahmen.

Familie, Partnerschaft und Erbschaft

Familiäre Konflikte sind häufig mit engen Beziehungen und weitreichenden Entscheidungen verbunden. Mediation kann bei Trennung und Scheidung, Erbauseinandersetzungen, Fragen des Zusammenlebens oder der Nachfolge in Familienunternehmen unterstützen.

Schule und Bildung

In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen entstehen Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern oder Verantwortlichen der Einrichtung. Mediation fördert einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen und kann dazu beitragen, tragfähige Vereinbarungen zu entwickeln.

Gesundheit und Sozialwirtschaft

Zeitdruck, hohe Verantwortung und unterschiedliche fachliche Perspektiven können die Zusammenarbeit in Kliniken, sozialen Einrichtungen oder Pflegediensten belasten. Mediation schafft einen geschützten Rahmen, in dem Zuständigkeiten, Erwartungen und Konfliktdynamiken besprochen werden können.

Nachbarschaft, Vereine und Gemeinwesen

Wo Menschen dauerhaft miteinander leben oder sich gemeinsam engagieren, können unterschiedliche Bedürfnisse aufeinandertreffen. Mediation hilft dabei, Gespräche wieder aufzunehmen und Lösungen für das künftige Miteinander zu finden.

Bau-, Planungs- und Beteiligungsverfahren

Bei Bauvorhaben, Infrastrukturprojekten oder kommunalen Entwicklungen treffen häufig verschiedene Interessen aufeinander. Mediation kann die Verständigung zwischen Projektverantwortlichen, Behörden, Kommunen und betroffenen Bürgerinnen und Bürgern unterstützen.

Interkulturelle Konflikte

Unterschiedliche kulturelle Prägungen und Kommunikationsgewohnheiten können Missverständnisse begünstigen. Interkulturelle Mediation berücksichtigt diese Hintergründe und unterstützt die Beteiligten dabei, gegenseitiges Verständnis und geeignete Vereinbarungen zu entwickeln.

Mediation im Bundesverband Steinbeis

Der Bundesverband Steinbeis | Mediation • Supervision • Coaching e. V. bringt Mediatorinnen und Mediatoren aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen und Regionen zusammen. Hier tauschen sich Praktikerinnen und Praktiker über ihre Erfahrungen aus und setzen sich mit aktuellen Fragen der Konfliktbearbeitung auseinander. 

 

Für Ratsuchende

Menschen, Unternehmen und Einrichtungen, die Unterstützung bei einer Konfliktklärung suchen, erhalten über die Mitgliedersuche Zugang zu qualifizierten Ansprechpersonen. Die Profile geben Auskunft über Tätigkeitsschwerpunkte, regionale Verfügbarkeit und Kontaktdaten.

Rolle und Qualität der Mediatorinnen und Mediatoren

Der Bundesverband Steinbeis setzt sich für die Professionalisierung der Mediation und die Sicherung ihrer fachlichen Qualität ein. Ein wichtiger Bestandteil ist der kollegiale Austausch in Regional- und Fachgruppen sowie bei gemeinsamen Veranstaltungen: Hier können Mediatorinnen und Mediatoren ihr Vorgehen überprüfen, aktuelle Entwicklungen einordnen, ihre professionelle Haltung weiterentwickeln und zugleich zur Sichtbarkeit der Mediation beitragen.

Professionelle Mediation braucht: 

  • Fundierte Ausbildung
  • Regelmäßige Fortbildung
  • Praktische Erfahrung
  • Kontinuierliche Reflexion

Ausbildung Mediation

Eine Mediationsausbildung vermittelt die fachlichen und methodischen Grundlagen für die professionelle Begleitung von Konflikten. Dazu gehören Kenntnisse über den Ablauf und die Rahmenbedingungen der Mediation, Gesprächs- und Verhandlungstechniken, der Umgang mit Konfliktdynamiken sowie rechtliche Grundlagen. Praktische Übungen, Rollenspiele und Supervision unterstützen die Entwicklung einer professionellen Haltung.

Wer sich für die Tätigkeit als Mediator oder als Mediatorin qualifizieren möchte, findet bei Kooperationspartnern des Bundesverbandes unterschiedliche Aus- und Weiterbildungsangebote. 

www.ikome.de/weiterbildung

Kontaktdaten

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne jederzeit an uns:

Bundesverband Steinbeis | Mediation • Supervision • Coaching
GF: Frau Ulrike Arndt
Hohe Straße 11 | 04107 Leipzig

Tel.: 0341 - 2 24 68 30
Fax: 0341 - 2 25 41 351
E-Mail: info(at)steinbeis-mediationsforum.de